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Domain umziehen: Auffindbarkeit in Suchmaschinen schützen

Domain umziehen mit 301-Weiterleitungen, Sitemap und stimmigen Seitentiteln: die richtige Reihenfolge, typische Fehler und eine Checkliste für KMU.

Redaktion KMU | base

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Aufgeschlagene Landkarte mit Holzmarkierungen

Ihre Website zieht um: auf eine neue Plattform, zu einem anderen Anbieter oder sogar unter einen neuen Domainnamen. Wer seine Domain umziehen will, hat meist eine Sorge: Findet man mich nachher noch? Eine Garantie dafür gibt es nicht, denn wie Suchmaschinen eine Website einstufen, entscheiden sie selbst. Sie können aber vieles dafür tun, dass nichts unnötig verloren geht. Dieser Ratgeber erklärt, wie KMU beim Umzug vorgehen: mit Weiterleitungen, Sitemap, stimmigen Seitentiteln und der richtigen Reihenfolge.

Drei Arten von Umzug, drei verschiedene Risiken

Unter «Domain umziehen» verstehen Firmen sehr Verschiedenes. Unterscheiden Sie zuerst, was bei Ihnen gilt:

Art des UmzugsWas ändert sich?Risiko für die Auffindbarkeit
Neuer Server, gleiche Domain und gleiche AdressenNur das Ziel im DNSGering, wenn Seiten und Adressen gleich bleiben
Neue Plattform, gleiche Domain, andere AdressenDomain bleibt, einzelne Seitenadressen ändern sichMittel: Weiterleitungen sind nötig
Neuer DomainnameAlle Adressen ändern sichHoch: Jede alte Adresse braucht ein Ziel
Art des Umzugs
Neuer Server, gleiche Domain und gleiche Adressen
Was ändert sich?
Nur das Ziel im DNS
Risiko für die Auffindbarkeit
Gering, wenn Seiten und Adressen gleich bleiben
Art des Umzugs
Neue Plattform, gleiche Domain, andere Adressen
Was ändert sich?
Domain bleibt, einzelne Seitenadressen ändern sich
Risiko für die Auffindbarkeit
Mittel: Weiterleitungen sind nötig
Art des Umzugs
Neuer Domainname
Was ändert sich?
Alle Adressen ändern sich
Risiko für die Auffindbarkeit
Hoch: Jede alte Adresse braucht ein Ziel

Der Transfer des Domainnamens von einem Registrierungsdienst zu einem anderen ist wieder etwas anderes: Er betrifft die Verwaltung der Domain, nicht den Inhalt der Website. Bei .ch-Domains regelt SWITCH die Registrierung; Ihr Dienstleister kennt den Ablauf.

Was Suchmaschinen sehen und was verloren gehen kann

Eine Suchmaschine kennt Ihre Website als Sammlung von Adressen. Jede Adresse hat einen Inhalt, einen Titel, eine Beschreibung und eingehende Links von anderen Seiten. Ziehen Sie um und die alte Adresse antwortet plötzlich mit «nicht gefunden», verliert die Suchmaschine diese Verbindung, und ebenso Besucherinnen und Besucher, die einen alten Link oder ein Lesezeichen nutzen. Verloren gehen können also nicht nur Platzierungen, sondern auch Verlinkungen aus Verzeichnissen, Branchenseiten, Broschüren und E-Mail-Signaturen.

Das lässt sich mit sauberer Vorbereitung eingrenzen, aber nicht ausschliessen. Auch bei perfektem Umzug kann es eine Weile dauern, bis die Suchmaschine die neuen Adressen erfasst hat, und Platzierungen können sich verschieben. Versprechen von Anbietern wie «ohne jeden Verlust» sollten Sie deshalb skeptisch lesen.

Weiterleitungen: 301 richtig einsetzen

Eine Weiterleitung sagt dem Besucher und der Suchmaschine: «Diese Seite gibt es jetzt unter einer anderen Adresse.» Der Statuscode 301 steht für «dauerhaft verschoben» und ist im HTTP-Standard (RFC 9110, Abschnitt 15.4.2) beschrieben. Für einen Umzug ist er die richtige Wahl. Für wenige Tage gedachte Weiterleitungen gibt es andere Codes, sie eignen sich hier nicht.

Für die Planung bewährt sich eine Tabelle mit zwei Spalten, «alte Adresse» und «neue Adresse». Beachten Sie diese Regeln:

  • Jede alte Adresse bekommt ein Ziel, das inhaltlich passt. Leiten Sie nicht pauschal alles auf die Startseite, weil Besucher dort nicht finden, was sie suchten.
  • Keine Ketten und keine Schleifen. Ein Link soll mit einer einzigen Weiterleitung ankommen, nicht über drei Zwischenstationen.
  • Das Ziel muss existieren. Eine Weiterleitung auf eine Seite, die es nicht gibt, ist ein Fehler mit Umweg.
  • Adressen, die gleich bleiben, brauchen keine Weiterleitung.
  • Weiterleitungen bleiben lange bestehen, mindestens solange alte Links im Umlauf sind. Entfernen Sie sie nicht nach wenigen Wochen.

Das Inventar der bestehenden Seiten aus dem Relaunch liefert die Liste der alten Adressen. Ergänzen Sie sie um Adressen, die nur von aussen verlinkt werden.

Titel, Beschreibungen und Sitemap

Jede Seite sollte einen eigenen Titel und eine kurze Beschreibung haben, die zum Inhalt passen. Beides zeigt die Suchmaschine in ihren Ergebnissen an. Übernehmen Sie beim Umzug die bewährten Titel und Beschreibungen der Seiten, die gut funktionieren, und ändern Sie sie nur mit Absicht. Verwenden Sie nicht überall denselben Text.

Die Sitemap ist eine Liste aller Adressen, die Sie öffentlich haben möchten, im Format des Sitemap-Protokolls (sitemaps.org). Sie hilft der Suchmaschine, die neuen Seiten zu finden. Nach dem Umzug soll sie nur noch die neuen Adressen enthalten und gleichzeitig auf der neuen Domain erreichbar sein. Eine zusätzliche Datei «robots.txt» steuert, was Suchmaschinen lesen dürfen; achten Sie darauf, dass sie die neue Website nicht versehentlich sperrt, wie es in Testumgebungen oft eingestellt ist.

Die richtige Reihenfolge

Die meisten Probleme entstehen durch eine falsche Reihenfolge. Bewährt hat sich dieser Ablauf:

  1. Inventar erstellen und jeder alten Adresse ein Ziel zuordnen.
  2. Neue Website im Entwurf aufbauen, ohne die alte abzuschalten.
  3. Weiterleitungen, Titel, Beschreibungen und Sitemap vorbereiten und im Entwurf prüfen.
  4. DNS-Einstellungen sichern. Notieren Sie die heutigen Einträge der Domain, damit Sie bei Problemen zurückkönnen. Senken Sie vorher, falls möglich, die Gültigkeitsdauer (TTL) der Einträge, damit die Umschaltung schneller wirkt.
  5. Domain umschalten, Zertifikat für die verschlüsselte Verbindung prüfen.
  6. Alte und neue Adressen testen, Stichproben aus der Weiterleitungstabelle durchgehen.
  7. Sitemap und Kontrolle mit den Werkzeugen der Suchmaschine einreichen, sofern Sie diese nutzen.

Schalten Sie nie zuerst um und bauen die Weiterleitungen danach: Jede Stunde dazwischen zeigt Besuchern und Suchmaschinen Fehlerseiten.

Die E-Mail nicht vergessen

Domainumzüge betreffen häufig auch E-Mail. Die Einträge für den Mailverkehr (MX, SPF und weitere) liegen in derselben DNS-Zone wie die Einträge für die Website. Ersetzen Sie beim Umschalten nur die Einträge, die für die Website gedacht sind, und lassen Sie die Mail-Einträge unverändert, solange Sie den Mailanbieter nicht bewusst wechseln. Alles zu den Postfächern lesen Sie im Ratgeber E-Mail-Postfächer zur eigenen Domain.

Nach dem Umzug beobachten

Rechnen Sie nach dem Umzug mit einer Beobachtungsphase von mehreren Wochen. Prüfen Sie, ob alte Adressen noch Fehlerseiten liefern, ob das Kontaktformular funktioniert und ob die Seiten in der Suchmaschine mit den neuen Adressen erscheinen. Kleine Schwankungen sind normal. Wenn eine wichtige Seite dauerhaft fehlt, kontrollieren Sie zuerst Weiterleitung, Sitemap und robots.txt.

Praxisbeispiel: Muster Bergblick Treuhand AG

Die Muster Bergblick Treuhand AG ist eine erfundene Treuhandfirma. Ihre alte Website hat 22 Seiten und soll auf einer neuen Plattform unter derselben Domain erscheinen. Die neue Struktur umfasst 15 Seiten. Im Inventar zeigt sich: 9 alte Adressen bleiben unverändert. Für die übrigen 13 braucht es eine Weiterleitung. Davon führen 8 auf eine passende Nachfolgeseite, etwa die einzelnen Dienstleistungsseiten auf die neue Leistungsübersicht mit Anker, und 5 auf die jeweilige Oberseite, weil es keinen direkten Nachfolger gibt. Zusammen sind das 9 plus 13, also alle 22 alten Adressen erfasst.

Die Firma erstellt die Weiterleitungstabelle mit 13 Zeilen, kontrolliert, dass keine Zeile auf eine andere Weiterleitung zeigt, und übernimmt die Titel der fünf meistbesuchten Seiten unverändert. Die sechs Postfächer liegen bei einem externen Anbieter und bleiben unberührt, die Mail-Einträge werden beim Umschalten nicht angefasst. Nach der Umschaltung am Vormittag testet die Büroleiterin alle 13 Weiterleitungen von Hand, schickt eine Testanfrage über das Formular und prüft in den folgenden Wochen, ob alte Adressen noch Fehler liefern. Zwei Weiterleitungen leiten sie am dritten Tag auf ein passenderes Ziel um.

Checkliste

  • Art des Umzugs geklärt (Server, Plattform oder Domainname)
  • Inventar aller alten Adressen erstellt, auch nur extern verlinkte
  • Jeder alten Adresse ein passendes Ziel zugeordnet, keine Ketten, keine Schleifen
  • Titel und Beschreibungen der wichtigsten Seiten übernommen oder bewusst überarbeitet
  • Sitemap mit den neuen Adressen vorbereitet, robots.txt geprüft
  • Heutige DNS-Einträge gesichert
  • Mail-Einträge bleiben unverändert, falls der Mailanbieter nicht wechselt
  • Neue Website vor der Umschaltung als Entwurf geprüft
  • Nach der Umschaltung Zertifikat, Weiterleitungen und Formular getestet
  • Beobachtungsphase von mehreren Wochen eingeplant

So löst es KMU | base

In Online | base ist der Umzug Teil des Ablaufs. Das bedeutet im Einzelnen:

1. Weiterleitungen im Editor. Zu jeder Website pflegen Sie eine Liste von Weiterleitungen: alte Adresse und neue Seite. Das System prüft dabei, dass das Ziel eine vorhandene Seite ist, dass keine alte Adresse doppelt vorkommt und dass eine Weiterleitung nicht auf sich selbst zeigt. Auch eine bestehende Seite lässt sich nicht gleichzeitig als alte Adresse eintragen. Bei der Übernahme Ihrer bisherigen Website überträgt unser Team die geprüften 301-Regeln direkt in den Entwurf.

2. Titel, Beschreibung und Vorschaubild je Seite. Im Editor pflegen Sie für jede Seite den Titel und die Beschreibung für Suchmaschinen sowie ein Vorschaubild für das Teilen. Die Sitemap und die Datei robots.txt erzeugt die Auslieferung für jede verbundene Domain automatisch.

3. Domain verbinden und prüfen. Sie fügen die Domain hinzu und erhalten die nötigen DNS-Einträge: einen Nachweis als TXT-Eintrag und danach einen A- oder CNAME-Eintrag auf das Ziel. Mit «Verbindung prüfen» sehen Sie den Stand der Verbindung und des Zertifikats. Das Zertifikat lässt unser Support aktivieren. Beim Umschalten sichern wir die bisherige DNS-Zone und lassen bestehende Mail-Einträge (MX/TXT) unangetastet; bei Problemen stellen wir auf die gesicherten Werte zurück.

4. Vorher prüfen, dann veröffentlichen. Die neue Website erscheint zuerst als Entwurf mit Vorschau. Ihre bisherige Website bleibt online, bis Sie die Freigabe geben. Das Verhalten der alten Adressen nach dem Domainwechsel prüfen wir und dokumentieren das Ergebnis.

Was Online | base nicht kann: Zusagen zu Platzierungen in Suchmaschinen geben. Wie schnell eine Suchmaschine die neuen Adressen übernimmt, liegt nicht in unserer Hand. Und die Vollständigkeit des Inventars hängt davon ab, dass auch Sie uns Adressen nennen, die nur von aussen verlinkt sind.

Mehr zum Produkt auf der Seite Online base. Sehen Sie sich die Demo an oder eröffnen Sie ein Testkonto. Bei Fragen helfen wir Ihnen über die Kontaktseite weiter. Die aktuellen Konditionen finden Sie unter Preise.

Quellen

  • IETF: RFC 9110, HTTP Semantics, Abschnitt 15.4.2 «301 Moved Permanently», Juni 2022: rfc-editor.org, abgerufen am 04.11.2026.
  • sitemaps.org: Sitemap-Protokoll, Seite ohne Datumsangabe: sitemaps.org, abgerufen am 04.11.2026.
  • SWITCH: Domainnamen unter .ch, Seite ohne Datumsangabe: nic.ch, abgerufen am 04.11.2026.

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand der Informationen: 04.11.2026.

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