MUbase

Lösungen für Ihre Aufgaben

Online base8 Min. LesezeitStand:

Website-Relaunch planen: Ziele, Inhalte, Zeitplan

Website-Relaunch planen: Ziel festlegen, Seiten bewerten, Inhalte und Zeitplan klären und sauber freigeben – mit Praxisbeispiel und Checkliste.

Redaktion KMU | base

Per E-MailLinkedIn
Aufgeschlagenes leeres Spiralnotizbuch auf hellgrauem Untergrund

Viele Firmenwebsites sind in die Jahre gekommen: Die Texte stammen aus einer anderen Zeit, das Menü ist auf dem Handy kaum bedienbar, und niemand weiss mehr genau, welche Seiten es überhaupt gibt. Wer seinen Website-Relaunch planen will, sollte nicht mit dem Design beginnen, sondern mit dem Ziel: Wofür soll die Website arbeiten, und was muss dafür bleiben, sich ändern oder neu entstehen? Dieser Ratgeber zeigt, wie KMU einen Relaunch in sechs Schritten vorbereiten, welche Fehler sich vermeiden lassen und woran Sie erkennen, dass die neue Website bereit für die Freigabe ist.

Das Ziel zuerst: Wofür soll die Website arbeiten?

Ein Relaunch ohne Ziel endet meist in einer hübscheren Version der alten Website. Formulieren Sie deshalb zuerst in zwei oder drei Sätzen, was sich ändern soll. Gute Ziele sind konkret und prüfbar, etwa «Anfragen sollen über das Formular statt per Telefon eintreffen», «Die Öffnungszeiten und Leistungen sind auf dem Handy in zwei Klicks erreichbar» oder «Wir führen die Website zweisprachig». Schlechte Ziele sind «moderner wirken» oder «besser gefunden werden», weil sich daran keine Entscheidung festmachen lässt.

Legen Sie ausserdem fest, wer die Website besucht und was diese Personen in welcher Reihenfolge suchen. Kundinnen und Kunden wollen meist Leistungen, Kontakt und Standort sehen, Stellensuchende die offenen Stellen, Geschäftspartner die Referenzen. Aus dieser Liste ergibt sich die Hauptnavigation.

Bestandsaufnahme: Welche Seiten gibt es heute?

Bevor Sie etwas Neues bauen, brauchen Sie ein Inventar der bestehenden Seiten. Exportieren Sie die Seitenliste aus dem bisherigen System, nutzen Sie die Sitemap oder gehen Sie die Navigation von Hand durch. Wichtig sind auch Seiten, die nicht im Menü stehen, aber von Suchmaschinen oder aus Verzeichnissen und Broschüren verlinkt werden. Ein vollständiges Inventar lässt sich nicht immer garantieren; vergleichen Sie deshalb die automatisch gefundene Liste mit Ihrer eigenen Kenntnis des Betriebs.

Bewerten Sie jede Seite mit einem von vier Entscheiden:

EntscheidBedeutungFolge für die Adresse
BehaltenInhalt stimmt, wird nur aufgefrischtAdresse bleibt gleich
ZusammenlegenMehrere dünne Seiten werden eine guteAlte Adressen werden weitergeleitet
StreichenVeraltet oder ohne NutzenAlte Adresse leitet auf eine passende Oberseite
NeuFehlt heute, wird gebrauchtNeue Adresse, keine Weiterleitung nötig
Entscheid
Behalten
Bedeutung
Inhalt stimmt, wird nur aufgefrischt
Folge für die Adresse
Adresse bleibt gleich
Entscheid
Zusammenlegen
Bedeutung
Mehrere dünne Seiten werden eine gute
Folge für die Adresse
Alte Adressen werden weitergeleitet
Entscheid
Streichen
Bedeutung
Veraltet oder ohne Nutzen
Folge für die Adresse
Alte Adresse leitet auf eine passende Oberseite
Entscheid
Neu
Bedeutung
Fehlt heute, wird gebraucht
Folge für die Adresse
Neue Adresse, keine Weiterleitung nötig

Dieses Inventar ist die Grundlage für alles Weitere, auch für die Weiterleitungen im Domain-Umzug.

Inhalte und Struktur festlegen

Planen Sie zuerst den Seitenbaum, dann die Texte. Eine übersichtliche Struktur hat höchstens zwei bis drei Ebenen, und jede Seite beantwortet genau eine Frage. Prüfen Sie bei jedem bestehenden Text, ob er noch stimmt: Öffnungszeiten, Preise, Teamfotos, Zertifikate, Jahreszahlen. Veraltete Angaben schaden mehr als eine kürzere Website.

Sammeln Sie die Inhalte vor Projektstart an einem Ort:

  • Logo in Originaldatei, Markenfarbe und Schrift, sofern Sie diese vorgeben möchten
  • Bilder in ausreichender Qualität mit kurzer Beschreibung (diese Beschreibung dient später als Alternativtext)
  • Texte, die Sie neu schreiben oder übernehmen wollen, mit Verantwortlichem für die Freigabe
  • Angaben für Kontakt, Standort, Öffnungszeiten und Impressum
  • bei mehrsprachigen Websites: wer prüft die Übersetzungen?

Rechnen Sie damit, dass das Sammeln der Inhalte länger dauert als die technische Umsetzung. Das ist der häufigste Grund für Verzögerungen.

Zeitplan und Zuständigkeiten

Ein Relaunch braucht keinen Grossprojektplan, aber klare Phasen mit je einer verantwortlichen Person. Ein bewährter Ablauf besteht aus fünf Phasen:

PhaseErgebnisZuständig
Ziel und InventarZielsatz, Seitenliste mit EntscheidenGeschäftsleitung, Website-Verantwortliche
InhalteTexte, Bilder, PflichtangabenFachpersonen
EntwurfNeue Website im Entwurf, noch nicht öffentlichUmsetzung
PrüfungKorrekturliste, AbnahmeWebsite-Verantwortliche, Geschäftsleitung
UmschaltungDomain zeigt auf die neue WebsiteUmsetzung, IT
Phase
Ziel und Inventar
Ergebnis
Zielsatz, Seitenliste mit Entscheiden
Zuständig
Geschäftsleitung, Website-Verantwortliche
Phase
Inhalte
Ergebnis
Texte, Bilder, Pflichtangaben
Zuständig
Fachpersonen
Phase
Entwurf
Ergebnis
Neue Website im Entwurf, noch nicht öffentlich
Zuständig
Umsetzung
Phase
Prüfung
Ergebnis
Korrekturliste, Abnahme
Zuständig
Website-Verantwortliche, Geschäftsleitung
Phase
Umschaltung
Ergebnis
Domain zeigt auf die neue Website
Zuständig
Umsetzung, IT

Setzen Sie Termine nur dort, wo Sie sie selbst beeinflussen können: Abgabe der Inhalte, Prüfdatum, Freigabedatum. Vermeiden Sie Umschalttermine vor Messen, Aktionen oder Ferienzeiten, in denen niemand Probleme beheben kann. Eine bewährte Regel: Die bisherige Website bleibt online, bis die neue geprüft und freigegeben ist.

Pflichtangaben und Datenschutz nicht vergessen

Ein Relaunch ist ein guter Zeitpunkt, die rechtlichen Mindestangaben zu kontrollieren. Betreiben Sie eine Website mit Bestellmöglichkeit, verlangt das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) in Art. 3 Abs. 1 lit. s klare und vollständige Angaben zur Identität und zur Kontaktadresse einschliesslich der E-Mail-Adresse. Auch ohne Shop gehört ein vollständiges Impressum mit Firma, Adresse und Kontakt zur guten Praxis.

Sobald Ihre Website Personendaten bearbeitet, etwa über ein Kontaktformular oder eine Bewerbung, sind Besucherinnen und Besucher nach Art. 19 des Datenschutzgesetzes (DSG) angemessen über die Beschaffung zu informieren. Das erledigt eine aktuelle Datenschutzerklärung. Prüfen Sie dabei, welche Formulare es gibt, wohin die Eingaben gelangen und wer sie liest. Beides ist Teil der Inhaltsplanung, nicht ein Anhang am Schluss.

Prüfen, freigeben, umschalten

Bevor die neue Website öffentlich wird, gehen Sie sie anhand einer festen Liste durch: jede Seite auf dem Handy und am Bildschirm, alle Links, Kontaktformular mit Testanfrage, Impressum und Datenschutzerklärung, Bilder mit Beschreibung, Öffnungszeiten, Kontaktdaten. Halten Sie die Korrekturen schriftlich fest und lassen Sie sie von einer verantwortlichen Person abnehmen.

Nach der Umschaltung prüfen Sie dieselbe Liste noch einmal auf der öffentlichen Adresse. Kontrollieren Sie zusätzlich, ob die alten Adressen auf die richtigen neuen Seiten führen. Planen Sie in den ersten Wochen Zeit für Nachbesserungen ein; dass einzelne Dinge übersehen wurden, ist normal und kein Zeichen für ein gescheitertes Projekt.

Praxisbeispiel: Muster Holzwerk GmbH

Die Muster Holzwerk GmbH ist eine erfundene Schreinerei mit sechs Mitarbeitenden. Die heutige Website umfasst 28 Seiten, davon sind zehn dünne Einzelseiten zu Holzarten und Fensterformen. Die Geschäftsführerin setzt als Ziel: «Offerten-Anfragen sollen über das Formular eintreffen, und die Website funktioniert auf dem Handy.»

Im Inventar entscheidet sie bei 12 Seiten für «behalten», fasst die 10 dünnen Seiten zu 4 neuen Leistungsseiten zusammen, streicht 6 veraltete Seiten (alte Aktionen und eine Jahresrückblick-Seite) und ergänzt 3 neue Seiten: Referenzen, Team und Anfahrt. Die neue Website hat damit 12 plus 4 plus 3, also 19 Seiten. Für die 10 zusammengelegten und die 6 gestrichenen Seiten braucht es Weiterleitungen: 16 alte Adressen, die künftig auf eine passende neue Seite führen. Die 12 beibehaltenen Seiten behalten ihre Adresse.

Die Inhalte (Texte, Bilder, Impressum) liegen nach drei Wochen vor. Ein Büroangestellter prüft den Entwurf auf Handy und Bildschirm, schickt eine Testanfrage über das Formular und notiert vier Korrekturen. Erst nach seiner Abnahme gibt die Geschäftsführerin die Umschaltung frei, und zwar an einem ruhigen Dienstagmorgen. Am Tag danach prüft er die 16 Weiterleitungen einzeln.

Checkliste

  • Ziel in zwei bis drei Sätzen festgehalten und von der Geschäftsleitung bestätigt
  • Zielgruppen und ihre wichtigsten Fragen aufgeschrieben
  • Inventar aller bestehenden Seiten erstellt, jede Seite mit Entscheid (behalten, zusammenlegen, streichen, neu)
  • Seitenbaum mit höchstens zwei bis drei Ebenen geplant
  • Texte, Bilder, Logo und Pflichtangaben gesammelt und freigegeben
  • Impressum und Datenschutzerklärung aktuell
  • Liste der alten Adressen mit neuem Ziel erstellt
  • Verantwortliche und Termine für Inhalte, Prüfung und Freigabe bestimmt
  • Entwurf auf Handy und Bildschirm geprüft, Testanfrage über das Formular gesendet
  • Umschaltung nicht in eine Zeit gelegt, in der niemand reagieren kann
  • Nach der Umschaltung Seiten und Weiterleitungen nochmals kontrolliert

So löst es KMU | base

Online | base ist auf genau diesen Ablauf ausgelegt. So sieht der Weg aus.

1. Übernahme statt Neuanfang. Sie nennen uns Ihre heutige Website. Unser Team liest die Seiten ein, überträgt Texte, Bilder, Menü und die geprüften Weiterleitungen in einen Website-Entwurf und gleicht das Ergebnis mit dem erfassten Seiteninventar ab. Offene Befunde, zum Beispiel nicht übernommene Seiten oder fehlende Medien, bleiben im Abgleichbericht sichtbar. Ein begrenztes Einlesen kann nicht garantieren, dass wirklich jede Seite gefunden wird; deshalb gleichen wir das Inventar gemeinsam mit Ihnen ab. Ein bestehender Shop wird mit übernommen, die Artikel gelangen nach Prüfung in Finance | base.

2. Entwurf mit Zieltermin. Mit dem Auftrag beginnt ein Zieltermin von zwei Werktagen für den Entwurf. Die Zuständigkeit ist als Aufgabe sichtbar, jeder Schritt mit seinem Ergebnis dokumentiert. Der Entwurf ist noch nicht öffentlich, Ihre bisherige Website bleibt online.

3. Prüfen in der Vorschau. Sie sehen die neue Website in einer Desktop- und einer Handy-Vorschau und prüfen sie in Ruhe. Im Editor bearbeiten Sie den Seitenbaum, die Bausteine, das Menü, die Medien, Markenfarbe und Schrift sowie die Angaben für Suchmaschinen je Seite. Eine Korrekturrunde ist im Angebot enthalten.

4. Veröffentlichen ist ein eigener Schritt. Das Speichern eines Entwurfs macht nichts öffentlich. Erst eine bestätigte Veröffentlichung schaltet die Version frei. Jede veröffentlichte Version bleibt unverändert erhalten; eine frühere Version lässt sich jederzeit erneut veröffentlichen, der aktuelle Entwurf bleibt dabei bestehen.

5. Domain umschalten. Zum vereinbarten Zeitpunkt zeigt Ihre Domain auf die neue Website; alte Adressen leiten wir mit 301-Weiterleitungen weiter. Wie das abläuft, beschreibt der Ratgeber zum Domain-Umzug. Danach ändern Sie Inhalte selbst, auf Wunsch per Chat, wie im Ratgeber Website per KI pflegen beschrieben.

Was Online | base nicht ersetzt: Ziel, Inhalte und Freigabe bleiben Ihre Aufgabe; wir übernehmen und gestalten, entscheiden aber nicht für Sie, welche Angaben stimmen. Impressum und Datenschutzerklärung prüfen Sie auf Vollständigkeit selbst. Aussagen zur Auffindbarkeit in Suchmaschinen machen wir nicht.

Mehr zum Produkt finden Sie auf der Seite Online base. Sehen Sie sich die Demo an oder eröffnen Sie ein Testkonto. Bei Fragen helfen wir Ihnen über die Kontaktseite weiter. Die aktuellen Konditionen finden Sie unter Preise.

Quellen

  • Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG, SR 241), Art. 3 Abs. 1 lit. s, Stand 1. Januar 2025: fedlex.admin.ch, abgerufen am 04.11.2026.
  • Datenschutzgesetz (DSG, SR 235.1), Art. 19, Stand 7. Juli 2025: fedlex.admin.ch, abgerufen am 04.11.2026.

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand der Informationen: 04.11.2026.

Nach oben

Zusammenarbeit ×

Der nächste Schritt beginnt mit einem Gespräch.

Was braucht Ihr Unternehmen?